© Mirja Magis – Psychologische Beratung
Neulich saß mir eine Klientin gegenüber, die nach außen souverän, kompetent und erfolgreich erscheint. Ihre Vita ist beeindruckend, ihr beruflicher Weg konsequent. Und doch sagte sie: „Ich habe ständig das Gefühl, nicht genug zu sein. Egal, was ich erreiche, innerlich treibt mich eine Stimme an, noch besser zu werden.“
Vielleicht kennst Du das auch: hoher Leistungsdruck, Angst vor Fehlern, immer alles richtig machen wollen. Nach außen souverän, doch innen kritisch und hart mit Dir selbst.
In diesem Artikel zeige ich Dir, warum Selbstmitgefühl kein Zeichen von Nachgiebigkeit ist, sondern eine wirksame Haltung, mit der Du Deinen Selbstwert stärken und ungesunden Perfektionismus auf Dauer loslassen kannst.
Die Frage „Warum habe ich überhaupt einen so geringen Selbstwert?“ begegnet mir in meiner Arbeit öfter. Die Gründe für einen niedrigen Selbstwert sind meist vielschichtig: geprägt durch Erfahrungen, Beziehungen oder Leistungskontexte. Viele Frauen glauben: „Mit mir stimmt etwas nicht.“ Doch das ist ein Irrtum. Ein geringer Selbstwert ist kein persönliches Versagen, sondern eine verständliche Folge dessen, was Du gelernt hast.
Ein fehlendes Selbstwertgefühl entwickelt sich beispielsweise durch frühe Prägungen:
So entsteht unbewusst der Glaubenssatz: „Ich bin nur wertvoll, wenn ich funktioniere.“
Das Resultat? Selbstwertprobleme, ständige Selbstkritik, Perfektionismus als Schutzstrategie.
Vielleicht hast auch Du Dich schon einmal gefragt: „Woher kommt mein Perfektionismus?“ Perfektionismus Ursachen liegen fast immer in dem Wunsch nach Sicherheit und Kontrolle. Wer Angst vor Fehlern hat, versucht, alles im Griff zu behalten – und verliert dabei oft sich selbst.
Ungesunder Perfektionismus zeigt sich durch:
Perfektionismus loslassen heißt nicht, Deine Standards aufzugeben. Es heißt, Dich nicht länger über Leistung zu definieren. Es bedeutet, Dich freier zu fühlen, kleine Fehler oder Unvollkommenheiten anzunehmen, mehr Gelassenheit zu entwickeln und Raum für Leichtigkeit und echte Selbstannahme zu schaffen.
Selbstmitgefühl bedeutet, Dir selbst mit derselben Freundlichkeit zu begegnen wie einer guten Freundin.
Studien zeigen, dass Menschen mit Selbstmitgefühl resilienter, motivierter und emotional stabiler sind.
Wenn Du Dich fragst: „Warum bin ich nie zufrieden mit mir?“, dann lohnt sich der Blick darauf, wie Du innerlich mit Dir sprichst.
Die 3-Schritte-Selbstmitgefühlspause (Dauer: 3 Minuten)
Diese Übung hilft, aus dem Autopiloten auszusteigen und die Kontrolle bewusst loszulassen. Du übst dadurch auch, zu unterscheiden, wo Du Einfluss hast und wo nicht – und lernst so, Energie gezielt einzusetzen, statt an Dingen festzuhalten, die Du nicht ändern kannst.
Selbstkritik ist meist ein alter Schutzmechanismus. Sie glaubt, Dich antreiben zu müssen. Doch langfristig untergräbt sie Deinen Selbstwert. Hier kann ein Perspektivwechsel helfen. Frage Dich: „Würde ich so mit einer guten Freundin sprechen? Was würde ich ihr stattdessen sagen?“
Deinen Selbstwert zu stärken bedeutet, Dir selbst innerlich beizustehen – gerade in herausfordernden Momenten für Dich da zu sein, statt Dich noch weiter runterzuziehen. Es geht nicht darum, immer perfekt zu funktionieren oder anderen zu gefallen, sondern darum, Dich anzunehmen, wie Du bist, und liebevoll mit Dir umzugehen.
Wenn Du spürst:
… dann kann psychologische Beratung ein entscheidender Wendepunkt sein.
Du musst nicht erst „genug sein“, um Dir Mitgefühl zu erlauben.
Wenn Du Dir wünschst, diesen Weg nicht allein zu gehen und Dir eine professionelle, wertschätzende Begleitung wichtig ist, dann melde Dich bei mir. Ich begleite ich Dich gerne – online oder Vorort in Meerbusch.
In diesem Sinne: Sei gut mit Dir – das verändert alles.
Ganz liebe Grüße,
Hinweis: Dieser Beitrag basiert auf psychologischer Fachliteratur und wissenschaftlichen Erkenntnissen rund um Selbstwert, Selbstmitgefühl und Perfektionismus. Grundlage sind insbesondere die Arbeiten von Kristin Neff zum Thema Selbstmitgefühl sowie allgemein anerkannte Konzepte zur Entstehung und Stärkung des Selbstwertgefühls. Ergänzt wurde der Inhalt durch meine eigenen Erfahrungen aus der psychologischen Beratung und dem Coaching.
Empfohlen für vertiefende Lektüre:
Kristin Neff – Selbstmitgefühl (inkl. Übungen)
Kristin Neff & Christopher Germer – Selbstmitgefühl: Das Übungsbuch
Nathaniel Branden – Die sechs Säulen des Selbstwertgefühls
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Ich freue mich, dich kennenzulernen.
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