© Mirja Magis – Psychologische Beratung
Hast du dich schon einmal gefragt, warum du in bestimmten Situationen immer wieder an dir selbst zweifelst, obwohl objektiv doch alles in Ordnung ist? Warum alte Muster, Kritik oder Erwartungen aus der Vergangenheit noch heute Einfluss auf deinen Selbstwert haben?
Die Antwort liegt oft in unseren inneren Glaubenssätzen. In tief verankerten Überzeugungen darüber, wer wir sind, was wir wert sind und wie die Welt funktioniert. Aber fangen wir vorne an:
Innere Glaubenssätze sind automatische Überzeugungen, die wir über uns selbst, andere Menschen und die Welt entwickelt haben. Sie entstehen meist schon in der Kindheit – durch Erfahrungen, Beziehungsmuster, wiederkehrende Rückmeldungen oder frühe Bewertungen. Viele dieser Überzeugungen laufen unbewusst ab und wirken wie ein Filter, der beeinflusst, wie wir Situationen interpretieren, wie wir uns fühlen und wie wir handeln.
Klassische innere Glaubenssätze sind:
„Ich bin nicht gut genug.“
Entsteht häufig, wenn in der Kindheit Leistung stärker betont wurde als emotionale Anerkennung oder Lob selten und an Bedingungen geknüpft war.
„Ich muss perfekt sein, um geliebt zu werden.“
Entwickelt sich oft in Umfeldern, in denen Fehler kritisiert wurden oder Zuwendung davon abhing, Erwartungen zu erfüllen.
„Andere sind immer kompetenter als ich.“
Kann aus frühen Vergleichssituationen entstehen – etwa durch Geschwisterkonstellationen, schulische Bewertungen oder wiederholte Abwertung der eigenen Fähigkeiten.
Glaubenssätze sind keine Fakten! Vielmehr sind sie mentale Gewohnheiten, die unser Selbstbild, unsere Entscheidungen und unser Verhalten beeinflussen.
Aktuelle Forschung zeigt, dass unser Selbstwert eng damit verbunden ist, wie wir über uns selbst denken und wie wir glauben, von anderen gesehen zu werden. Vereinfacht gesagt: Unser Selbstwert entsteht aus inneren Überzeugungen darüber, ob wir dazugehören, akzeptiert oder abgelehnt werden. Je fester diese Überzeugungen verankert sind, desto stabil – aber auch unbeweglicher – wird unser Selbstwert.
Das bedeutet: Selbstwert entsteht nicht einfach aus äußeren Erfolgen, sondern daraus, wie wir unsere Erfahrungen interpretieren und welche inneren Regeln darüber wir entwickelt haben.
Besonders Glaubenssätze wie „Ich muss perfekt sein, um wertvoll zu sein“ haben einen starken Einfluss auf den Selbstwert. Sie führen dazu, dass Anerkennung und Selbstakzeptanz an Leistung und Fehlerfreiheit geknüpft werden – ein Muster, das langfristig inneren Druck und Selbstzweifel verstärken kann.
Perfektionismus und Selbstwert hängen eng zusammen – dazu mehr in meinem Artikel über „Perfektionismus und Selbstwert“. Wer sich dafür interessiert, wie der Selbstwert durch unterschiedliche Faktoren aufgebaut wird, findet weitere Informationen in meinem Beitrag „Die sechs Säulen des Selbstwertgefühls“.
Glaubenssätze fühlen sich oft wie „natürliche Wahrheiten“ an – wir merken gar nicht, dass wir sie denken, weil sie so früh und still in unserem Denken verankert wurden. Sie sind wie unsichtbare Brillen, durch die wir die Welt sehen: Alles, was wir erleben, wird automatisch gefiltert und bewertet.
Das Besondere: Je länger ein Glaubenssatz besteht, desto schneller reagiert unser Körper darauf – oft noch bevor wir ihn bewusst wahrnehmen. Ein Herzklopfen bei Kritik, ein unangenehmes Gefühl bei Lob usw. Unser Gehirn und Körper handeln reflexartig nach alten Überzeugungen, lange bevor wir den Gedanken überhaupt überprüfen können.
Mit anderen Worten: Unsere spontanen Gefühle und Reaktionen spiegeln nicht immer, wer wir wirklich sind, sondern zeigen häufig, was wir einmal geglaubt haben. Und genau das macht diese Glaubenssätze so schwer zu erkennen – bis wir bewusst hinschauen.
Beginne erst einmal damit, deine automatischen Gedanken zu beobachten – OHNE sie zu bewerten.
In emotional belastenden Situationen schleichen sich schnell Sätze ein wie „Ich schaffe das nie“ oder „Ich bin nicht wichtig“. Schreibe dir diese Gedanken einfach nur auf. Sie sind häufig ein direkter Hinweis auf darunterliegende Glaubenssätze.
Stelle dir zu jedem Satz drei Fragen:
Ist das absolut und immer wahr?
Gibt es Situationen, in denen das Gegenteil zutrifft?
Welche Beweise sprechen dagegen?
Diese kognitive Umstrukturierung ist eine bewährte Technik aus der Verhaltenstherapie, die hilft, automatische Interpretationen zu relativieren.
Nachdem du einen hinderlichen Glaubenssatz erkannt hast, formuliere eine realistischere, unterstützende Überzeugung. Beispielsweise:
Statt „Ich versage immer“ → „Ich lerne aus Erfahrungen und wachse daran.“
Wiederhole diese neuen Aussagen regelmäßig. Das stärkt neue, positive neuronale Verknüpfungen und verändert dein inneres Selbstbild Schritt für Schritt.
Gedanken und Gefühle beeinflussen unser Verhalten, aber um nachhaltige Veränderungen zu verankern, braucht es auch neue Handlungserfahrungen. Setze dir kleine, konkrete Schritte, die deinem neuen Glaubenssatz entsprechen – das stärkt deinen Selbstwert durch erlebte Erfolge.
Beispiel: Wenn du oft glaubst „Ich muss perfekt sein, um wertvoll zu sein“, könntest du bewusst eine Aufgabe unvollkommen erledigen und dir selbst erlauben, dass alles nicht perfekt sein muss. Beobachte, wie es sich anfühlt, den Druck loszulassen, und nimm das als Beweis dafür, dass du auch ohne Perfektion wertvoll bist.
Innere Glaubenssätze sind nicht festgelegt für ein Leben lang. Sie lassen sich erkennen, hinterfragen und verändern. Je mehr du lernst, deine inneren Überzeugungen bewusst wahrzunehmen und sie auf ihre Wahrheit zu prüfen, desto mehr wächst dein authentischer Selbstwert – unabhängig von äußeren Leistungen oder Bewertungen.
Deine Gedanken sind nur Gedanken – nicht die absolute Wahrheit. Du darfst sie wahrnehmen, ihnen zuhören, aber nicht jeden glauben.
Als Coach & psychologische Beraterin begleite ich Menschen genau auf diesem Weg: Glaubenssätze zu erkennen, belastende Überzeugungen zu hinterfragen und einen stabilen, echten Selbstwert zu entwickeln. Wenn du das Gefühl hast, dass dich alte Muster blockieren, dann lass uns gemeinsam daran arbeiten. Ich begleite dich gerne auf deinem Weg.
In diesem Sinne: Sei gut mit dir – das verändert alles.
Ganz liebe Grüße,
Hinweis: Dieser Beitrag verbindet meine praktische Arbeit als Coach & psychologische Beraterin mit bewährten psychologischen Konzepten und aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Zur Vertiefung und fachlichen Einordnung habe ich unter anderem folgende Quellen herangezogen:
Glaubenssätze wirken oft unbemerkt und entstehen durch frühe Erfahrungen und soziale Prägung.
Glaubenssätze beeinflussen, wie wir Erfahrungen interpretieren und unseren Selbstwert bilden.
Veränderung von Überzeugungen durch gezielte Reflexion und neue Perspektiven.
Selbstwert hängt stark von Überzeugungen über soziale Anerkennung ab.
Vielleicht startet dein Weg genau hier – mit einem Gespräch, in dem du dich zeigen darfst, ohne bewertet zu werden. In einem geschützten Raum, in deinem Tempo und auf deine Weise.
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